Was guten Unterricht ausmacht

Was macht guten Unterricht aus?

Ein Positionspapier der Schulleitung der Carl-Schurz-Schule

Eine gute Unterrichtsstunde macht nicht nur in sich Sinn, indem sie logisch aufgebaut ist; sie macht zugleich Sinn, indem sie eine lohnende Stunde ist, die an einem bedeutsamen Thema arbeitet und einen Lernzuwachs erarbeitet.

Die Zielsetzung der Stunde ist transparent. Sie kann – muss aber nicht - über eine Problemstellung zu Beginn der Stunde oder Unterrichtsreihe gemeinsam erarbeitet werden.

Eine gemeinsame Reflexion über den Lernzuwachs am Ende der Stunde oder auch zu Beginn der Folgestunde erhöht die Transparenz.

Der Lernprozess wird sichtbar, indem es eine es eine offene, ehrliche und aufbauende Rückmeldung an die Schüler wie auch umgekehrt an die Lehrkraft gibt.

Das Erarbeitete wird in einem geordneten Ergebnis gesichert, ersatzweise durch eine andere Form geordneter Bilanzierung.

Der Unterricht aktiviert die Schülerinnen und Schüler durchgehend und in der Breite.

Der Unterricht geht inhaltlich in die Tiefe. Der Inhalt dominiert über Medien und Methoden. Medien und Methoden dürfen nicht umgekehrt die Führung übernehmen.

Das Unterrichtsmaterial ist in seiner Fülle begrenzt und ansprechend gestaltet. Der kreative Umgang mit dem Schulbuch ist erwünscht, wo immer dessen Einsatz möglich und sinnvoll ist.

Die Aufgabenstellungen sind klar und verständlich formuliert und dabei anspruchsvoll und herausfordernd.

Das Lernklima ist angstfrei. Schülerinnen und Schüler dürfen Fehler machen. Korrekturen werden als Hilfe empfunden. Die Lehrkraft würdigt gelungene Beiträge und Lernfortschritt.

Die Gesprächsführung gibt den Schülerinnen und Schülern Raum, eigene Gedanken zu entwickeln. Auch introvertierte Schüler werden in das Gespräch integriert.

Gruppenarbeit ist so gestaltet, dass alle Gruppenmitglieder Verantwortung übernehmen und einen Beitrag zum Ergebnis der Gruppenarbeit leisten.

Im Unterricht wird bewusst an ausgewählten Fähigkeiten von Schülerinnen und Schülern gearbeitet, insbesondere an ihrer sprachlichen Ausdrucksfähigkeit, an ihrer Lesefähigkeit, Planungs- und Vortragsfähigkeit.

Der Unterricht bietet, wo immer es möglich ist, authentische Lernerfahrungen: durch Experimente oder Bewegungs- und Gestaltungsaufgaben. Er zielt auf das Lernen mit Herz, Hand und Hirn. Der Unterricht setzt die Schülerinnen und Schüler nicht nur geistig, sondern auch körperlich in Bewegung.

In einer Unterrichtsreihe sind sinnvolle Übungsphasen integriert.

Die fachliche Kompetenz der Lehrerin oder des Lehrers wird deutlich und gibt den Schülerinnen und Schülern Sicherheit. Die Lehrkraft kann gut erklären und erkennt nicht nur Irrwege und Fehlvorstellungen der Schülerinnen und Schüler, sondern auch deren Ursache.

Die Lehrkraft wird insofern als Vorbild erlebt, als sie selbst Begeisterung für das Fach und das Thema zeigt, am eigenen Lernzuwachs interessiert und offen für Kritik ist. Sie interessiert sich generell für Bildung und begegnet den Entwicklungsproblemen von Kindern und Jugendlichen mit Sympathie.